Pilotprojekt Smart Parking

Auf acht Parkplätzen in der Innenstadt wird Sensorik getestet.

Durchschnittlich 41 Stunden pro Jahr verbringen deutsche Autofahrer laut einer aktuellen Studie des Verkehrsdatenanbieters INRIX mit der Suche nach einem Parkplatz. Das kostet Nerven und verursacht Mehrkosten durch zusätzlichen Benzinverbrauch. Der Abgasausstoß schadet zudem der Umwelt. Wie smartes Parken mit Hilfe von Sensorik Teil der Lösung sein kann, erprobt das Start-up Parklab aus Duisburg in Kooperation mit der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) aktuell in der Dormagener Innenstadt. „Viele Parkprobleme entstehen dadurch, dass Informationen fehlen. Diese Informationen können wir über smarte Technologien mittlerweile unkompliziert bereitstellen“, erläutert Projektleiterin Enisa Kaupe von Parklab.

Dafür wurden acht Sensoren auf die Kurzzeit-Parkplätze an der Helbüchelstraße montiert. Sie registrieren über ein Magnetfeld den Belegungsstatus des Platzes und können diese Information in Echtzeit weitergeben. Fünf PKW-Flächen, zwei für Taxis vorgesehenen Parkbuchten und ein Behindertenparkplatz werden derzeit überwacht. Noch mindestens bis Ende März 2022 wird das Pilotprojekt laufen.

Praktisch nutzbar werden die Informationen über entsprechende Anwendungen, Apps, die zum Beispiel Autofahrer zielsicher zu freien Plätzen navigieren könnten. Auch der Parkplatzbetreiber, im Falle von Dormagen die Kommune, kann die Daten für sich verwerten. Deshalb ist das Pilotprojekt ein wichtiger Baustein in den Dormagener Smart City-Aktivitäten, die von der SWD gesteuert werden. „Für die Stadtverwaltung sind solche Daten zum Beispiel bei der Parkraumüberwachung enorm nützlich.  Wenn das Ordnungsamt per App informiert wird, auf welchem Platz an der Helbüchelstraße die Parkdauer eines Fahrzeugs demnächst abläuft, lassen sich Laufwege optimieren und langfristig auch das Falsch- und Dauerparken auf Flächen eindämmen“, erklärt Data Scientist Christoph Reitenberger (SWD).

Vorrangig zielt Smartes Parken indes auf den Klimaschutz im Rahmen des Individualverkehrs, indem die Parkplatzsuche verkürzt und damit schädliche Emissionen minimiert werden. Das Dormagener Pilotprojekt dient als Referenz für Parklab und könnte Strahlkraft für Großstädte bundesweit haben. Immerhin hat INRIX für Köln und Düsseldorf die stattliche Summe von 60 bzw. 61 Stunden errechnet: So viel Zeit wenden Autofahrer dort jedes Jahr für die Suche nach einem Parkplatz auf.

„Auch wenn wir in der Dormagener Innenstadt sicher keinen Parkplatzmangel haben, ist das Projekt für uns sehr wertvoll. Es erlaubt uns einen Einblick in die verwendete Technologie, zusätzlich sammeln wir weitere Erfahrungen damit, wie sich im öffentlichen Raum gewonnene Daten sinnvoll nutzen lassen“, so das Fazit von André Heryschek, Leiter Strukturwandel und Smart City bei der SWD.

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Smart Industrial City ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen und Currenta, Betreiber der Chemparks Leverkusen, Dormagen und Krefeld.

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